SCHAFSCHUR
Die jährliche Schafschur dient nicht nur zur Wollgewinnung sondern auch dem Wohlbefinden der Schafe. In der Regel findet die Schafschur im Mai / Juni statt.
Bei Stallhaltung im Winter sollte vor dem Aufstallen geschoren werden. Die Tiere schwitzen weniger und brauchen bis zu einem Drittel weniger Platz. Der Schafhalter braucht aufgrund geringerer Luftfeuchtigkeit im Stall weniger Einstreu. Die Lämmer kommen besser an das Euter und für den Schafhalter ist eine Krankheit, wie z.B. eine Euterentzündung frühzeitig und besser zu erkennen. Die Wollqualität der Mutterschafe erhöht sich, da der Wollknick (bzw. Hungerknick), der nach dem Ablammen entsteht, sich bei der nächsten Schur des Mutterschafes am Ende des Wollhaares befindet. Die Winterschur kann jedoch nur durchgeführt werden, wenn ein warmer, nicht zugiger Stall vorhanden ist.
Geschoren wird entweder auf der Schurbank (meine bevorzugte Art und Weise) oder auf dem Boden. Der Wollertrag-die Schweißwolle- hängt ab von der Rasse, Geschlecht und Größe des Schafes, bei einer Jahreschur zwischen 3 und 6 kg. Es gibt Rassen, wie z.B. Walliser Schwarznasen oder Bergschafe, die zweimal im Jahr geschoren werden müssen. Die Wollqualität wird beurteilt nach Feinheit, der Wollhaarstärke, Ausgeglichenheit, den Feinheitsunterschieden imVlies und der Farbe.
Vor der Schur zu beachten:
• das Vlies der Schafe muss trocken sein
• am Abend vor der Schur sollten die Schafe nicht mehr getränkt werden und nur noch wenig fressen, denn
mit vollem Magen leiden sie in der eingezwängten Haltung bei der Schur unter Unwohlsein und Atemnot
• Lämmer werden entweder getrennt von den anderen Schafen geschoren oder die Lammwolle wird
gesondert abgesackt.
• Kreuzungstiere und Tiere mit schwarz oder braun pigmentiertem Vlies, sollten ebenfalls getrennt
geschoren werden
• der Schurplatz sollte hell, trocken,sauber und leicht zu reinigen sein



